Seilbahnhersteller

 

Herstellerstammbaum

Schweizer Hersteller:

Die Schweiz war einst das Land mit den meisten Seilbahnherstellern auf so engem Raum. Gewisse Dörfer besassen sogar mehrere Liftbauer. Das kleine Städtchen Steffisburg bei Thun besass sogar 2 Grosse Internationale Hersteller. Grund genug alle Schweizer Hersteller mal aufzulisten und deren Geschichte kurz zusammen zu fassen. Vor allem weil die Schweiz heute keinen Grosshersteller von Seilbahnanlagen mehr besitzt. Lediglich ein Paar kleinere können sich mit Nischenprodukten am Markt beteiligen. Der Objektivität wegen sind die Herstellergeschichten hier den Alphabetischen Reihenfolge aufgelistet.

Die Abkürzung BACO steht für Bachmann und Company in Steffisburg bei Thun. Landmaschinenmechaniker Marcel Bachman baute 1953 seinen ersten Skilift.Vorher hatte er schon Seilkrane für die Land und Forstwirtschaft gebaut. Als grösster Meilenstein in der Firmengeschichte kam Mitte der 70er Jahre die sogenannte Bachmann Kurvenscheibe auf den Markt, welche es erlaubte das Seil Kurvengängig zu führen. Als erste Doppelsesselbahn wurde die Rellerlibahn in Schönried damit ausgerüstet. Viele Hersteller nahmen das Patent in Anspruch. Unter anderem war Heuss ein grosser Abnehmer und baute in Garmisch gleich 3 Skilifte mit Bacokurven und eine DSB selbigem Typs. Auch Doppelmayr griff am Bödele bei Dornbirn auf das Baco Patent zurück. Auch SMI Schneekanonen wurden in der Schweiz von Baco vermarktet. 1981 baute Baco die erste 6er Kabinebahn, aber kein eigenes Produkt sondern eines der Firma Poma aus Frankreich. Seither tritt Baco nur noch als Baco/Poma auf und baut auch nur noch Poma Lifte und Anlagen. Die eigene Produktion wurde bis auf ein Paar Einzelstücke (vor allem Skilifte) eingestellt.

 

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Bacokurve im Detail
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Typischer Baco Tellerlift
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Baco Seilkran
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Baco Bügellift Talstation
 
1853 fing die Firma Theodor Bell an mit der Produktion von Wasserturbinen. 1877 wurde die erste Standseilbahn der Schweiz in Lausanne hinunter nach Ouchy (heute Metro) von Bell gebaut. Zu den Standseilbahnen und Turbinen kamen auch Brücken, Papiermaschinen und Webstühle. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg liebäugelte Bell nach Österreich und erwarb kurzerhand das Patent für eine Zweiseilumlaufbahn System Wallmannsberger. Diverse Anlagen nach dem System Wallmannsberger wurden in der Schweiz, Frankreich und den USA gebaut. Darunter auch die erste Umlaufbahn der Schweiz in Crans Montana. Auch im Bereich Pendelbahnen war Pell nicht Tatenlos. Vor allem Kraftwerksbahnen für die Turbinenprodukte wurden gut verkauft, aber auch Pendelbahnen für Personentransporte waren gefragt. Vor allem das neu entwickelte hydraulische Fangbremsensystem von Bell fand grossen Anklang und auch Habegger war Abnehmer davon. In der Schweiz wurden die Pendelbahnen Gemsstock 1+2 in Andermatt von Bell gebaut, die alte Pendelbahn Obsee-Turren in Lungern und die noch bestehende Pendelbahn Cry d'Er-Bellalui in Crans. Bell beteiligte sich 1968 auch im Bau der ersten 125er Pendelbahn in Laax zum Crap Sogn Gion und lieferte deren 4 Laufwerke wovon 2 voch in Betrieb sind. Escher Wyss welche Bell 1959 übernommen hatte, zeigte danach kein Intresse mehr am Seilbahnbau. Heute heisst die Firma Bell in Kriens Sulzer Hydro und produziert Turbinen. Als einziges Überbleibsel steht noch die Vorführ Standseilbahn neben dem Werksgelände zum Sonnenberg.
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Laufwerk von Bell
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Wallemannsberger Laufwerk
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Pendelbahn von Bell
 
 
 
         
 
Die Gebrüder Borer aus Büsserach erwarben Weltrum mit dem Bau von Babyliften. Über 3000 Stück gingen in die ganze Welt. Borer Babylifte wurden zur Legende. Teils mit Dieselhydraulischen Antrieben waren sie sogar auf Gletschern im Hochgebirge zuhause. Auch Bügellifte hatte Borer im Programm. Selbst schwere Anlagen wie diejenige an der Hohen Winde in Beinwill wurden mit Hydraulischem Antrieb ausgestattet. Fast so berühmt wie die Babylifte von Borer sind die Hydraulischen Gehänge von Borer. Von vielen Herstellern eingesetzt sind die Borer Hydro die wohl besten Schleppliftgehänge der Welt.  Mit dem Bau von eigenen Schneekanonen rutschte der Betrieb in die roten Zahlen und ging an Sunkid. Mittlerweile tritt Borer aber wieder als Borer auf und verkauft erfolgreich Babylifte und Gehänge.
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Borer Hydro Einzug
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Dieselhydro Antrieb
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Portabler Skilift
 
 
Karl Brändle aus Meilen im Zürcher Oberland übernahm als Stahlbaufirma 1955 die auch in Meilen ansässige Firma Sameli-Huber und deren Constam Skilift Patent. Brändle baute in den 50er Jahren und 60er Jahren diverse Einer Sesselbahnen. Drunter auch die Dritte und 4te Sektion zum Piz-Sol in Wangs welche nur 5 Jahre Später durch eine weitere Einmann Sesselbahnanlage von Oehler ersetzt wurde. Der Brändle Lift stand dann bis 2004 am Motta in Feldis. 1962 kam in Laax die erste 2er Sesselbahn von Brändle. Eine weitere steht im Kiental allerdings von Baco auf DSB umgebaut. 1965 baute Brändle seine erste kuppelbare 4er Kabinenbahn. Auch die tiefstgelegene Seilbahn der Welt, nämlich die Massadabahn am Toten Meer. Was mit der Firma nachher geschehen ist entzieht sich meinem Wissen. Gerüchten zu folge kaufte sie WSO.
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Umgebaute Brändle DSB im Kiental
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Brändle ESL in Feldis
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Brändle Skilift in Maloja
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Skilift Grisch in Laax
 
 
         
 
Die Firma Giovanola wurde wie es der Name schon sagt von den Gebrüdern Giovanola 1888 in Monthey im Unterwallis gegründet. Auch Giovanola machte ihre Anfänge im Kraftwerksbau. in den 20er Jahren beteilige sie sich mit Kabelkränen am Bau der Barberine und Marécottes Staumauer. 1950 konstruierte der Giovanola Ingenieur Marc Dumur eine Gewichtsklemme mit deren Patent Giovanola Weltrum im Seilbahnbau erlangte. Neben Giovanola verwendeten folgende Hersteller die Giovanolaklemme in Lizenz: PHB, Städeli, Habegger, VonRoll, Ceretti&Tanfani, Hall und Breco. Die Klemmen von Giovanola gingen um die ganze Welt. Auch Giovanola selber baute anfänglich 2er Kabinenbahnen mit offenen und geschlossenen Gondeln. Später kamen dann 4er Kabinenbahnen mit Doppel- Giovanolaklemmen (getrennt oder zusammen). Auch eine fixe 2er Sesselbahn als Prototyp von Giovanola entstand in Verbier. Aber bei einem Einzelstück blieb es. Stattdessen produzierte Giovanola Poma Stangenschlepper in Lizens. 1972 und 1974  verkaufte Giovanola die Lizenzen des Seilbahnbereich an Städeli und Habegger. Neben den in Lizenz von anderen gebauten Anlagen ist die Liste von Giovanola geradezu winzig. 25 Umlaufbahnen davon 17 mit 4er Kabinen wurden von Giovanola selber erstellt. Die letzte der Schweiz mit 2er Kabinen stand bis 1998 am Känzeli in Chur. 
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Links Giovanola und rechts Habegger Giovanolabahn
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Giovanola Tellerlift (Poma Tirefese)
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Original Giovanolabahn mit Metalegger Kabinen
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Giovanolabahn
 
Eine Firma, die jeder Schweizer kennt. Habegger aus Thun ist für jedermann ein Begriff. Willy Habegger geboren am 3.5.1918 ist der Entwickler des gleichnamigen Seilzugsystemes. In seiner Jugend baute er Sägen, Pflaumenentkernmaschinen und andere Werkzeuge. Während dem Krieg lernte er Schmied.  Angefangen hat Habegger mit dem Seilbahnbau wie schon viele andere Seilbahnbauer im Kraftwerksbau und zwar ab 1942 beim Seilbahnbauer Küpfer aus Steffisburg. Dann gründete er seine erste Werkstatt in Thun und baut Holzkohlenvergaser für Autos (Krieg).  Der eigenimpuls kam mit dem Auftrag der Armee zum Bau von Laufrollen. 1950 entstand die Erste Luftseilbahn von Habegger in Raron nach Unterbäch im Wallis. Ein Jahr Später folgte die Luftseilbahn Kandersteg Stock. 1955 baute Habegger die erste Doppelsesselbahn der Schweiz und die einzige mit Klappsesseln. Als Kuriosum wurde die Bahn ohne Ski benutzt. Alle 2 Sessel war ein Korb für die Skier an das Seil montiert. In der Bergstation klappten die Sessel dank einer Bodenführung wechselweise zur Seite. 1959 entwickelte Habegger die erste 4er Kabinenbahn mit eigener Klemme. Sie führte an der Gartenbauaustellung 1959 (G59) in Zürich über den Zürichsee. Sie besass nur 2 Stützen am Ufer. Das Seil wurde von 16 Rollenbatterien getragen die an 8 Stahlkabeln zwischen den Stützen aufgehängt waren. 1960 der Umbau der Einersesselbahn Trübsee-Jochpass und der bau des Kobiliftes Horneggli in Schönried als Doppelsesselbahn oder Bügellift. Ein Jahr darauf die Anschluss Einersesselbahn vom Stock zum Sunnbühl in Kandersteg. 1963 erreicht die Stützenlose 40er Luftseilbahn Reusch-Oldenegg von Habegger eine Spitzengeschwindikeit von 14m/s wurde aber nur bis 10m/s zugelassen. 1968 war ein Hoch für Habegger. Mit dem neuen Bell Laufwerk ausgerüstet wird die erste 125er Pendelbahn der Schweiz von Laax zum Crap Sogn Gion errichtet die zugleich mit über 4km länge auch die längste Luftseilbahn der Schweiz ist. 6 Jahre später folgt die zweite Sektion als indentische Bahn bis Crap Masegn. 1972 baut Habegger die Schwerste und stärkste Luftseilbahn der Welt. Die Kraftwerksbahn St.Carlo-Robiei im Val Bavona kann sogar ganze Lastwagen transportieren. Für Touristen ist auf dem Gegenwagen eine 125er CWA Kabine montiert. Kraftwerksbahnen blieb Habegger immer treu. Er entwickelte ein Baukastensystem für Kraftwerksbahnen die sich dank der Einfachheit und Robustheit grosser Beliebtheit erfreuten. Dank der Winde auf der Lastenparelle konnten die Lasten punktgenau abgesetzt werden. Habegger übernimmt 1972 die Umleufbahnen von Giovanola. Der Lastentransport war aber auch der kleine Anfang vom Ende für Habegger. 1972 wird die mit 12 Personen gefüllte Luftseilbahn Betten FO-Betten Dorf, eine Habegger  Windenbahn, mit eine Zusätzlichen Zementwanne beladen. Das über das Doppelte belastete Zugseil reisst kurz nach der letzten Stütze. Durch die Wucht wird die Fangbremse ausgehebelt und schnappt ins Leere. Die Kabine schlägt mit voller Geschwindigkeit in die Talstation. Alle 12 Insassen finden den Tod.  Um seine unschuld zu beweisen muss Habegger tief in die Taschen greiffen und entwickelt dabei ein völlig neuartiges Fangbremsensystem mit Vorgesetztem Fangbremsenwagen. Die Kosten muss Habegger übernehmen. 1978 wird von Habegger die längste Kabinenbahn Europas auf den Männlichen bei Grindelwald gebaut. Im selben jahr auch die erste 6er Kabinenbahn der Schweiz zum Vorab in Laax. Das Ende war bitter. Nachdem das Militär einen schriftlichen Auftrag für eine Umlauf Transportbahn trotz durchschlagendem Erfolg zurückgezogen hatte und auf Hubschrauber statt Habegger setzte,  Für die Jahrelange Kostruktions und Tüftelarbeit für das Militär sag Habegger keinen Rappen. 1979 velangte die Bank die Rückzahlung der Kredite um die Löhne zu bezahlen. Die Firma Habegger wurde für 10 Millionen in eine Aktiongesellschaft umgewandelt um die Kredite zurück zu zahlen. Wegen der ungenügenden Liquidität musste Habegger den Rest für 10000 Franken an die Bank verkaufen um die letzten Löhne noch zu zahlen. Von Roll kaufte die Firma Habegger sofort von der Bank für satte 3 Millionen. Nach fast 30 Jahren Seilbahtechnischer Spiteznleistungen fand Habegger ein Appruptes Ende. Die letzte Habegger Bahn unter dem Namen Habegger entstand 1984 in Grähen zum Seetalhorn. Ein echter Höhenfliger mit über 1200 Höhenmetern in einer Sektion. Bis heute ist von Habegger der Seilzug geblieben der immer noch erfolgreich abgesetzt wird.
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Crap Sogn Gion Erste 125er Luftseilbahn der Schweiz
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Längste Umlaufbahn Europas. Männlichenbahn in Grindelwald
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Typischer Habegger 2er Sessellift mit Federaufhängung an den Sesseln
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Patentierte Habegger Stütze. Dank der Dreieckform treten an den Verbindungsstellen nur Zugkräfte auf.
 
 
         
 
 
         
 
Hinter dem Liftbauer GMD verbirgt sich der Name Gerhard Müller Dietlikon. Er zählt wie auch Willy Habegger zu den ganz grossen Tüftlern, aber auch wie Willy Habegger zu den leidtragenden des Schweizerischen Kleinkrämertums. Gerhard Mülle startete 1947 seine Karriere als Seilbahnbauer mit selbstgebauten Seilliften. 1950 kam die erste Automatische Sesselbahn von Müller mit der patentierten Schraubklemme am Sattel in Schwyz. Nach Anfänglichen Kinderkrankheiten wurde die Klemme 1954 das erste mal im Doppelpack bei der 4EUB Ried-Rosswald eingesetzt die bis 1999 im Einsatz stand. GMD baute über 20 Kabinenbahnen in der Schweiz und 2 mit 3er Sesseln. Das Patent Für GMD Bahnen in Österreich übernahm Girak Korneuburg. Die letzte GMD Bahn von Girak wurden 2000 in Bad Ischl umgebaut. 1951 fing GMD, in der Umgangssprache auch ganz einfach Müller genann, mit dem Bau von fixen Sesselbahnen und Skiliften an. Bis 1970 war die Schraubklemme von Müller hinter Von Roll die meist verkaufte Klemme der Welt. Es gab sogar Zeiten da konnte man sich nicht mehr zwischen von Roll oder Müller entscheiden, wer die bessere Klemme baut. Mit der neuen Konstruktion eines Seilbusses, der an Selbstfahrend an 2 Tragseilen fährt, hatte sich Müller in die roten Zahlen gebracht. Nach dem Tod von Gerhard Müller 1986 übernahm Werner Schoch GMD. Unter seiner Leitung entstanden weitere Sesselbahnen und Kabinebahnen darunter der erste 3er Sessellift von GMD in Chandolin. 1988 baute Müller die Wispilenbahn in Gstaad mit 2 Sektionen aber nur einem Antrieb in der Mittelstation. Auch die Modernisierung der bestehenden Müller Bahnen übernahm GMD beispielsweise die Egglibahn in Gstaad oder die Käserstattbahn in Meiringen. Die letzte Bahn von GMD war 1996 der Komplettumbau der Videmanettebahn in Rougemont. Seither heisst die Firma GMD Rowema und ist auch unter dem Namen immer noch am Mark, wenn auch nur in kleinen Bereichen, vertreten.
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Müller Einersessellift als Privatlift.
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Müller 3er Sesselbahn mit modernen Stützen.
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modernere Müller Kabinenbahn
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Müller Skilift mit Borer Gehängen.
 
 
         
 
Die Seilbahngeschichte von H. Sameli Huber (geb. 1893) erstreckt sich nur über einen Zeitraum von 20 Jahren. Sameli Huber ist der Seilbahnpionier der ersten Stunde. 1933 entwickelte der Zürcher Ingenieur Ernst Constam einen Skilift mit Schleppbügeln der am 23.12.1934 am Boglen in Davos das erste mal in Betrieb nahm. Sameli Huber, der bis anhin Fahrleitungen für die Bahn und Überlandleitungen zur Elektrifizierung gebaut hatte übernahm die Rolle des Generalunternehmens für den 2ten Constamlift an der Suveretta in St. Moritz. Dann kamen in Deutschland die Nazis an die Macht und Ernst Constam fürchtete sich um seine Existenz da er selber Jüdischen Glaubens war. Kurzerhand verkaufte Constam alle seine Europäischen Patente an Sameli-Huber der bis dahin schon 6 Lifte gebaut hatte und wanderte in die sicheren USA aus. Sameli-Huber machte sich sofort daran die Lifte zu verbessern. Unter anderem entwickelte er den ersten Einzug für Skiliftbügel wie wir sie heute kennen anstelle von 2 Klemmen mit Schleppklemme und Flaschenzug. Auch den Fahrbaren Brückenantrieb hat Sameli-Huber erfunden. während des ganzen zweiten Weltkrieges baute Sameli Huber 11 Skilifte davon 2 Kombianlagen und den ersten Einersessellift der Schweiz in Engelberg. Bis 1950 entstanden weiter 7 Skilifte darunter auch der erste Gletscherlift der Welt in Zermatt. 6 Einer Sesselbahnen (Jochpass,Alp Languard 1+2, Gerihorn, Riggisalp, Selamatt) trugen auch den Namen des Liftbauers aus Meilen im Zürcher Oberland. 1954 entwickelte Sameli Huber eine neuartige Kurventechnik bei der, der Gehängearm zur Seite gekippt wird. 1955 verkaufte Sameli Huber seine Seilbahnfabrik an Karl Brändle. Lizenznehmer von Sameli Huber war unter anderem auch Doppelmayr.
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Alter umgebaute Sameli-Huber Einersessellift
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Sameli-Huber Skilift, umbau Brändle

 

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Talstation Skilift Herrenboden in Sattel
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Brückenantrieb Sameli-Huber Skilift
 
 
         
 
Die Firmengeschichte von Von Roll müsste eigentlich in 2 geteilt werden, da die Firma 1981 ihren Hauptsitz wechselte. Da aber der Rest schon von Habegger behandelt wird können wir das zusammen fassen. Von Roll wurde 1825 von Ludwig Von Roll gegründet und war zuerst nur eine Giesserei die stetig wuchs. 1883 baute Von Roll seine erste Standseilbahn in Glion. 1908 baute Von Roll für Feldmann den Wetterhornaufzug und damit die erste Richtige Luftseilbahn der Welt. Während den letzten Tagen des zweiten Welkriegs entwickelte Ing. Zuberbühler von der Firma Von Roll einen neuen Klemmenapparat den VR101 welcher bei der ersten kuppelbaren 2er Sesselbahn der Welt in Flims 1945 zum Einsatz kam. Anfänglich noch mit Holzstützen. In den Jahren danach folgten Duzende VR101 in 2er Sesselbahnvariante oder 2/4er Kabinen Versionen. Auch in Vergnügungsparks grosse Attraktionen als Skyrides. 1965 baute Von Roll wieder nach einem Patent von Zuberbühler ihre erste Zweiseilbahn mit 6er Kabinen. Auch in den 6er Jahren wurde die VR102 Klemme entwickelt welche grosse Abnehmer auch in Österreich fand. Die erste Kabinenbahn von Doppelmayr in Mellau wurde mit Von Roll Technik ausgestattet. 1975 musste von Roll, welche bis jetzt nur kuppelbare Anlagen besassen ihre Produkte Palette mit fixen Anlagen erweitern. Aus diesem Anlass übernahm man die Produktion von Willy Bühler. Als dann Ende der 70er die Fahrgeschwindikeit bei kuppelbaren Anlagen immer mehr erhöht wurde, Entwickelte Von Roll die Schwerkraftklemme VR104 welche bis 6m/s zugelassen wurde. 1981 kaufte Von Roll die insolvente Firma Habegger für 3 Millionen SFr von der Bank und zog von Bern nach Thun um. 1982 kam die erste Von Roll 3er Sesselbahn mit kuppelbaren Klemmen in Laax noch bis 1987 unter dem Namen VonRoll-Habegger. 1987 lieferte Von Roll ihre erste kuppelbare 4er Sesselbahn auch nach Laax unter dem Namen Von Roll Transportsysteme. Nur 3 Jahr zuvor entstand der ersten 3er Bubble nach Schönried. 1991 kamen die leichten kuppelbaren 2er Typ LH300 auf den Markt. Als erste solche Anlage wurde die 2er Sesselbahn Chalter Brunne in Saanenmöser von fix auf kuppelbar umgebaut. 1993 wurde die kuppelbare 3er Sesselbahn Combe de Serine in Anzerre erweitert und zur schnellsten Sesselbahn der Schweiz. 1995 baute Von Roll die erste 6er Sesselbahn der Schweiz in Celerina, nur wenige Tag von Garaventa in Laax. Auch Kabinenbahnen und vor Allem Pendelbahnen waren dicke Posten im Von Roll Auftragsbuch. Die Höchstgelegene Pendelbahn Europas in Zermatt auf das kleine Matterhorn ist von Von Roll. Auch die kürzeste Standseilbahn, das Marzlibähnli in Bern ist aus dem Hause Von Roll. Die erste 10er Kabinenbahn der Schweiz in Grimentz besitzt als Technisches Highlight eine Unterirdische einfahrt und einen 10m Kabinenaufzug an die Erdoberfläche. 1991 brache Von Roll die letzte Weltneuheit auf den Mark. Eine Mischung aus Pendel und Umlaufbahn. Die 3-S Bahn in Saas Fee. 1996 verkaufte Von Roll den Seilbahnbereich trotz florierenden Umsätzen an Doppelmayr. Ab dem 5 Juni 1999 heisst Von Roll nur noch Doppelmayr Seilbahnen AG in Thun.
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Typische Von Roll Kabinenbahn mit VR102 Klemmen
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Moderne Von Roll Kabinebahn

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Schnellste KSB der Schweiz. 3KSB Combe de Serine
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Von Roll Pendelbahn

 

Willy Bühler, eine der weniger bekannten Liftbauer aus der Schweiz fing anfangs 50er Jahre an mit dem Bau von Skilifte. Mit der Werkstatt in Vétroz im Unterwallis hatte er die Perfekte Ausgangsposition für die Lieferung von Liften an den damals neuen Skistationen. Er errichtete einen Grossteil der Lifte in Veyonnaz. Anfänglich mit Holzstützen. 1965 entwickelte Bühler als erster Liftbauer die hydraulische Spannung. Ein Neuartiges Kurvensystem Namens Bühlerkurve oder Zwirbelkurve war auch ein Patent von Bühler und wird heute noch eingesetzt. Bühler war der Spezialist für Gletscherliftedenn er brachte es als erster Liftbauer überhaupt fertig einen Skilift komplett auf Gletschereis zu plazieren. Bis letzten Sommer stand noch ein Original Bühler Gletscherlift in Zermatt (Testa 1)1966 baute Bühler seine erste 2er Sesselbahn in Saas Fee. Der Lift steht etwas modernisiert immer noch an der Längfluh. Die Skilifte von Bühler waren die Ersten die nach einem Baukastensystem gebaut wurden. Es gab etwa 3 verschiedene grössen. Die Lifte wurden aus fertig gebauten Rohren zusammengeschraubt und besassen bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen immer einen Fahrbaren Antrieb mit Hydraulischer Spannung. 1975 benötigte Von Roll einen Liftspezialisten für Skilifte und fixe Sesselbahnen und erwarb kurzerhand Bühler als Von Roll Liftbauer aus Bern. 

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Typische Bühler DSB mit Lattensesseln.
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Die Bühlerkurve mit den 3 Umlenkrollen.
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Bühler Gletscherlift Testa 2 in Zermatt. (Ersetzt)
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Unverkennbar die erste Hydraulische Spannung der Welt.
 
Walther Städeli (WSO)aus Oetwill besass anfänglich eine Autowerkstatt. Gerhard Müller als Kunde bei Städeli gibt dem gelernten Automechaniker den Typ Skilifte zu bauen. 1950 baut WSO den ersten Baby oder eben Ponylift. Pony von Städeli fanden reissenden Absatz und der Babylift bekam für Jahre den Namen Ponylift. Die Produktepalette erweiterte sich auf Bügellifte welche von der Zürcher Firma Tebru übernommen wurde. Auch die erste Einersesselbahnen in den Flumserbergen folge. Bal kam die erste 2er Sesselbahn 1960. 1972 kauft Städeli das Patent für die Giovanola Schwerkraftklemme und baut damit mehrere 4er Kabinenbahnen. 1981 baute Städeli die erste fixe 3er Sesselbahn der Schweiz auf der Bettmeralp. 1983 folgt die erste kuppelbare 3er Sesselbahn von WSO mir eigener Klemme. 1985 baute WSO in Arosa den ersten kuppelbaren 4er Sessellift der Schweiz und ein Jahr später auch den ersten fixen 4er in Verbier. Beide mit Lattensesseln. 1986 baute Städeli die erste 6er Kabinenbahn mit Giovanolaklemmen und 2 Jahre später mit eigenen. Swoboda baute Städeli Anlagen in Lizens. 1987 kam die kuppebare 4er Sesselbahn Obere Maressen in Leukerbad mit Mittelstation und neuen Sesseln. In Österreich wurde zusammen mit Swoboda und Garaventa das SSG Jointventure in Regau gegründet. 1988 baute WSO (Walther Städeli Oetwil) die beiden kuppelbaren 4er Sesselbahnen an der Mülkerplatte in der Lenk. Eine Spezialität von Städeli waren die Gruppenumlaufbahnen welche mit Städeliausfahrten ausgerüstet waren die eine steile Ausfahrt erlaubten. 1991 baute Städeli die erste und letzte 4er Sesselbahn mit Bubble. Zuletzt beteilige Sich Städeli noch mit Klemmenkonstruktionen am ersten Funitel der Welt bevor die Firma 1991 an Garaventa ging.
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kuppelbarer Städeli 4er Sessellift
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Erster fixer 4er der Schweiz von WSO
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Giovanola 4er Kabinenbahn von Städeli
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Städeli Ausfahrt einer Gruppenumlaufbahn